LEIPZIG. (Ceto) Der Druck auf die Rohöl-Preise hielt zum Wochenbeginn an. Zwar konnten sich diese am Nachmittag ein wenig erholen. Unterm Strich (MESZ) stehen dennoch erneut Verluste sowohl bei Brent (1 US-Dollar je Barrel), als auch bei WTI (rund 0,50 Dollar). Zu verdanken ist diese kurzfristige Erholungsphase Anlegern, die beherzt aufgrund des Preisniveaus, das bei der europäischen Referenzsorte zuletzt vor 22 Monaten erreicht wurde, zugriffen. Die agieren jedoch nicht in Fleisch und Blut, sondern eher in Bytes und Bits. Denn im elektronischen Handel gelten bestimmte Grenzen nach oben und unten als einfaches Signal für Kauf oder Verkauf. Aufgrund der rekordverdächtigen Verluste war ganz einfach „Kaufen“ angesagt. Wegen des weiterhin ungewissen wirtschaftlichen Umfeldes sowie des nach wie vor sehr üppigen Angebotes sollten die Notierungen jedoch weiter unter Druck stehen.
In Deutschland gab es die deutlichsten Abschläge des Jahres, wie von uns in unserer Morgenmeldung prognostiziert (mehr hier), auch weil der Euro sich weiter stabil verhält und sogar leicht gewinnen konnte. Für 100 Liter HEL wurde bei Lieferung von 3000-Litern bundesdurchschnittlich und brutto 84,03 Euro gezahlt, das sind 2,60 Euro oder 3 Prozent weniger als gestern und markiert, wenig verwunderlich, ein neues Jahrestief. Heizöl ist damit so günstig wie zuletzt im November 2011.
Vom Handel werden erste größere Interessen bekundet. Dieser nutzt die derzeitigen Preise selbst, um sich einzudecken. Deutlich mehr Interesse könnte eine Gegenbewegung hervorrufen, mit der nach diesem drastischen Verfall auf jeden Fall zu rechnen ist und wie es sich bei den Rohöl-Preisen am Nachmittag schon wieder deutete.